Zwei/mehrsprachig bloggen

  • Tut das jemand? Wenn ja, wie macht ihr das und warum?


    Zwei Sprachen in einem Post oder lieber seperate Artikel? Alle Artikel übersetzen? Oder nur manche? Oder manche Artikel in einer Sprache und andere in einer anderen? Welchen schreibt ihr zuerst? Komplett übersetzen oder auch umschreiben weil vielleicht manche Details für Publikum in der einen Sprache relevanter ist als in der anderen?


    Ich würde mich auf Antworten freuen, weil ich sehr neugierig darauf bin, wie andere das machen. Meine Antworten werde ich euch schließlich auch nicht vorenthalten, weil ja, ich blogge selber auch zweisprachig.

  • Hallo ihr Lieben,


    also ich blogge als Theatergeist ab und an auch auf Englisch. Besonders dann, wenn ich Stücke am Westend oder am Broadway gesehen habe. Meistens übersetze ich die Artikel, die ich für die Deutschen Leser geschrieben habe dann auch noch ins Englische. Früher, als ich noch die Zeit hatte den Blog regelmäßig zu füttern, gab es die Artikel dann am "English Tuesday". Manchmal habe ich damals auch etwas anderes auf Englisch geschrieben. Naja. Der aktuelle Blog ist und bleibt auf Deutsch, da ich mit meiner Fotografie ohnehin nur Deutsche Leser ansprechen möchte.

  • ich blogge auf Englisch und Deutsch - ich lebe seit Jahren im Englischsprachigen Ausland (eine Weile in England, jetzt in den USA) , in meinem Alltag spreche ich seit über 10 Jahren Englisch - mein Sprachregel ist also recht gut.


    Ich habe als Deutsche in den USA einfach nen super Vorteil, ne klasse Nische, die bisher kaum einer bedienen kann. Ich komme an tausende Schien dran, die in DE kaum einer kennt, kann Reviews auf Deutsch liefern etc. ich biete einen exklusiven Einblick in einen neuen Markt, aber auch auf Deutsch.


    Durch die internationalen Umzüge Sprache ich durchaus ein internationales Publikum an, Mode, Kosmetik, ich lebe in den USA, es macht nur Sinn, auch auf Englisch zu schreiben.



    Man hat halt jeweils ein anderes Publikum, auf das muss man jeweils anders eingehen, man muss recherchieren etc. mit purem Übersetzen ist es - in meinem Fall zumindest, - nicht getan .
    Vor allem bei der USA Klischee Reihe ist das ganz stark der Fall, da sind die Texte teilweise komplett unterschiedlich, weil ich ja komplett andere Grundvoraussetzungen habe und andere Dinge erklären muss.
    Man muss halt anpassen




    Ich trenne die Sprachen visuell durch andere Schriftfarben und Glieder Texte durch - für mich die beste Variante

  • Danke für eure Antworten und jetzt habe ich doch eine Weile gebraucht um selbst was dazu zu schreiben. Die Grundidee meies Blogs ist es Geschichten, Sagen und Orte, die weniger bekannt sind, etwas bekannter zu machen. Und auch wenn ich dabei einen starken Fokus auf Wien lege, war mein Gedanke, dass gerade das auch für manche Nicht-deutsch-leser - sincher nicht für ein Breitenpublikum - interessant sein könnte, da es gerade über diese Themen in anderen Sprachen überhaupt nichts gibt: was sich bei einem Blick auf meine Blogstatistiken auch zu bewahrheiten scheint: mein englischsprachiger Artikel zur Affäre Mayerling ist einer meiner meistgelesenen überhaupt (Leser aber nicht nur aus dem englischsprachigen Raum), was mir zeigt, dass hier großes Interesse vorhanden ist, und es wenig dazu auf Englisch gibt.


    Ich habe mich entschlossen, zu den Themen jeweils einen separaten Artikel zu posten. Was auch zur Folge hat, dass der englische Artikel oft später kommt als der deutsche. Oft sehr viel später - aber ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, auch regelmäßiger zu posten und zu übersetzen.


    Ja, und wie Lovemeorhateme auch sagt: auch bei mir ist es so - die deutsche und die englische Version veriieren ein wenig. Es werden andere Dinge relevant, oder es gibt manches das man unterschiedlich erklären muss, bzw. gerade wenn es um Geschichte geht, manches weiß man als deutschsprachiger Mensch, für die ich meinen internationalen Lesern doch ein wenig mehr Kontext geben möchte.


    Da ich eben keine Muttersprachlerin bin und ich mir der Tatsache bewusst bin, dass man auf deutsch dazu neigt Sätze viel umständlicher zu formulieren, als es im englischen nötig wäre und man garade beim Übersetzen sehr gerne auf deutsche Satzstrukturen hereinfällt, lass ich nach Rechtschreibprüfung etc noch einmal eine Native-speaker-Freundin drübergehen, damit es einigermaßen natürlich klingt.


    Zusätzlich bemerkt macht mir das Übersetzen Spaß. Ich finde es ist eine gute Übung bei der man Schreib- und Sprachfertigkeiten trainiert, die im alltäglichen "Zusammenleben" mit der Fremdsprache weniger notwendig sind.

  • die ersten 2 Jahre rum habe ich auch den Mann drüber lesen lassen, weil er einfach Muttersprachler ist, mittlerweile lese ich über seineuni Aufsätze, weil ich durch Studium etc einfach im Schreiben fitter bin, als mein Mann. Der hatte immer praktische Arbeit, hatte nie was mit kreativem Schreiben am Hut, das Habich einfach besser drauf - deswegen lese ich mittlerweile seine Sachen gegen ^^

  • Hi Astrid,


    zunächst einmal: ich liebe die Idee deines Blogs. Ich habs mich echt in das Thema verliebt. Was sicher auch damit zu tun hat, dass ich ein großer Sagen Fan bin. Ich denke ich werde noch viel Zeit auf deinem Blog verbringen, weil ich Wien liebe (und auch eine Wohnung dort habe, die ich aber nicht das ganze Jahr über bewohne). Jetzt Schluss mit Offtopic.



    Prinzipiell finde ich es sinnvoll für verschiedene Sprachversionen eigene Domains oder - besser noch - eigene Subdomains einzurichten. Also de.namederwebsite.at und en.namederwebsite.at


    ich kann dir leider nicht sagen ob das bei Blogger möglich ist. Aber für den Fall, dass du irgendwann mal zu einem Anbieter umziehen möchtest bei dem das möglich ist. Oder dass jemand anders weiß, wie man es bei Blogger umsetzt, möchte ich mit der langen Liste der Vorteile fortfahren :D


    Zum einen ist es übersichtlicher. Du kannst du auch die ganze Website übersetzen und nicht nur die eigentlichen Texte. Du kannst aber auch - und hier denke ich liegt de eigentliche Schwerpunkt dieser Sache - die Texte besser in der jeweiligen Sprachversion optimieren.


    Du hast auf deiner Seite ja viele Namen von Locations aufgeführt, d.h. deine Seite ist potenziell interessant für Leute die bei Google danach suchen. Da du Artikel schreibst, die ganzheitlich und in sich abgeschlossen sind, ist es sogar sinnvoll, dass Leute deinen Blog über Google finden. Denn der Leser braucht kein Vorwissen um einen Artikel zu verstehen. Er muss dich nicht kennen um das wichtige rauszuziehen. Er kommt einfach über einen Suchbegriff und findet alles was er möchte. Im Idealfall bleibt er dann noch auf der Page bzw. kommt später wieder und schaut sich den Rest an. Vielleicht teilt er auch noch deinen Link... oder er geht einfach so wieder. Das ist nicht bei allen Blogs so. Es gibt viele Blogs, die vom Konzept darauf ausgelegt sind, dass sie wiederkehrenden Besuchern gefallen. Du hast da den "Vorteil" (wobei ich hier keine Wertung reinlegen will), dass dein Blog ein konkretes Bedürfnis erfüllt und die Leute, die danach suchen, befriedigt werden.


    Das ist etwas, das du - m.M.n. - unbedingt nutzen solltest und dabei helfen dir zwei Sprachversionen auf unterschiedlichen Subdomains.


    1. kannst du die Texte so besser optimieren. Das heißt die "Keyworddichte" (etwas veraltetes Konzept aber ein bisschen was ist doch dran...) wird nicht so verwässert, weil du in einer Sprache bleibst.
    2. kannst du die Search Snippets auf die jeweilige Landessprache anpassen. Das heißt dass englischsprachige Nutzer auch einen englischen Titel bei Google angezeigt bekommen und eine englische Beschreibung. Du kannst sogar die Social Media Snippets entsprechend anpassen. Das könntest du zwar auch, wenn du einfach für jede Sprachversion einen eigenen Post auf machst ABER so ist es übersichtlicher und du "müllst" deinen Blog nicht mit doppeltem Content (der hier nicht als "duplicate content" aus Googles Sicht verstanden werden soll) zu.
    3. sind auch die Links kongruent. Du bekommst also Links von anderen englischen - oder zumindest nicht deutschsprachigen Artikeln - eher auf deine englische Subdomain und auf deine deutsche Subdomain eher deutschsprachige Links. Auch das hilt Google, damit du mit der englischen Version eher bei Google.com / co.uk. / etc. rankst und mit der deutschen Subdomain eben im deutschen Sprachraum.

  • Hallo,
    mein erster Debian Blog war auf Englisch,
    http://experienceswithdebian.blogspot.de/
    Habe dann mit dem Ubuntu Blog weitergemacht, zunächst
    zweisprachig. Aber um in diversen Planeten aufgenommen zu werden, musste er nur auf
    deutsch sein. Daher habe ich (auch nachträglich) englische Artikel entfernt und schreibe nun
    deutsch weiter.

  • Meinen ersten Blog habe ich zunächst nur auf Deutsch geschrieben, habe mich nach ca. 1 Jahr dann aber auch für das Englische begeistert und zweisprachig gebloggt. Dabei habe ich einen Absatz erst auf Deutsch geschrieben und darunter etwas kleiner auf Englisch übersetzt.
    Mittlerweile poste ich nur noch auf Englisch, was mir einfach unglaublich viel Spaß macht.
    Das kann allerdings auch daran liegen, dass ich Anglistik studiere :)


    Liebe Grüße,
    Leo/Millie




    Mein Blog: www.linesweforget.blogspot.de

  • Hallo Astrid,


    ich habe eigentlich ziemlich schnell in Deutsch und Englisch gepostet. Das lag vor allem daran, dass ich in dem Bereich, in dem ich blogge – Diabetes - in englischsprachigen Foren bin, und Bing und Google schon ab und zu aus dem deutschen Text komische Sachen machen. Die Leserschaft ist dadurch auch größer und die englischsprachige Blogger Szene in dem
    Bereich ist wirklich sehr sehr nett. Fachlich orientierte Beiträge sind eh schneller in Englisch geschrieben als in Deutsch.


    Ich hab mir zu meinen englischen Posts einen Unterpunkt in meinem Blog Menü eingerichtet. Allerdings hab ich in letzter Zeit das die englische Leserschaft arg vernachlässigt, weil ich noch als Gast auf einer anderen Seite gepostet habe. Lohnen tut sich das bloggen im Englischen immer. Man lernst sehr viele Menschen kennen.


    Viele Grüße Thomas

  • ich muss aber ehrlich sagen, das Sprachniveau sollte schon ordentlich sein, Texte, die man kaum lesen kann, bringen auch nix. Im Gegenteil...



    und halt auch richtig zweisprachig dann, lange deutsche Texte und ein englischer Zweizeiler, da kommt man sich doch als Leser dann n bisschen doof vor, wenn anderes Publikum hier Tonnen Infos bekommt und ich mit 2 Sätzen abgespeist werde ...

  • ich meinte gar niemanden spezielles, ich hab aber schon wirklich schlechte Texte gelesen, da wäre sogar Google Übersetzer die besser Option gewesen.


    Nur, weil man jetzt auf Englisch schreibt, und ein weiteres Publikum erreichen könnte, heißt das nicht, dass man auch gleich erfolgreicher ist. Auch internationales oder englischsprachiges Publikum hat Qualitätsansprüche, die freuen sich nicht schnitzelig, weil Lieschen Mueller jetzt ihren DM Haul auch noch in einem miesen englischen Halbsatz postet, sondern wollen ebenfalls Inhalt und Qualität.


    Ich sehe es sehr oft, Hauptsache Englisch, egal wie und was - das ist halt tendenziell wenig sinnvoll